
Betreuung nach Krankenhausaufenthalt: Was Angehörige jetzt organisieren sollten
Die Entlassung aus dem Krankenhaus steht bevor, und plötzlich ist klar: Allein geht es zu Hause nicht mehr. Viele Familien müssen dann in wenigen Tagen vieles klären. Hier lesen Sie, welche Fragen Sie frühzeitig stellen sollten und wie die Betreuung nach der Krankenhausentlassung gut gelingen kann.
Welche Unterstützung wird nach der Entlassung benötigt?
Das hängt davon ab, was Ihr Angehöriger nach dem Krankenhausaufenthalt noch selbst kann. Manche brauchen vor allem Hilfe im Haushalt und Gesellschaft, andere Unterstützung beim Aufstehen, Waschen und Anziehen.
Hinzu kommt oft medizinische Versorgung, etwa eine Wundversorgung oder die Gabe von Medikamenten. Überlegen Sie gemeinsam: Was klappt allein, wobei braucht es Hilfe, und zu welchen Tageszeiten, auch nachts?
Was sollten Angehörige mit dem Krankenhaus abstimmen?
Krankenhäuser sind verpflichtet, den Übergang in die weitere Versorgung zu planen. Dieses Entlassmanagement ist freiwillig und setzt die Einwilligung Ihres Angehörigen voraus. Sprechen Sie deshalb früh mit dem Sozialdienst oder dem Entlassmanagement der Klinik, nicht erst am Entlassungstag.
Im Rahmen des Entlassmanagements kann das Krankenhaus für bis zu sieben Tage nach der Entlassung zum Beispiel häusliche Krankenpflege, Heil- und Hilfsmittel sowie Arzneimittel verordnen.
Klären Sie außerdem: Wann ist der Entlassungstermin? Welche Hilfsmittel werden zu Hause gebraucht, etwa ein Pflegebett oder ein Rollator? Wer übernimmt die ärztliche Weiterbehandlung? Kommt eine Rehabilitation oder Kurzzeitpflege infrage?
Ist absehbar, dass dauerhaft Unterstützung nötig ist, kann ein Antrag auf einen Pflegegrad bei der Pflegekasse sinnvoll sein. Ist die Begutachtung während des Krankenhausaufenthalts nötig, um die weitere Versorgung sicherzustellen, soll sie innerhalb einer Woche erfolgen.
Ob das in Ihrem Fall zutrifft, klären Sie mit dem Sozialdienst und der Pflegekasse. Außerdem haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung.
Welche Aufgaben kann eine Betreuungskraft übernehmen?
Eine Betreuungskraft lebt mit im Haushalt und unterstützt im Alltag: bei der Körperpflege, beim Aufstehen und Anziehen, beim Kochen, Einkaufen und im Haushalt. Sie begleitet zu Arztterminen, achtet auf regelmäßiges Essen und Trinken und ist als Gesprächspartnerin da.
Gerade in den ersten Wochen nach einem Krankenhausaufenthalt gibt diese Anwesenheit vielen Familien Sicherheit. Die Aufgaben stimmen wir individuell mit Ihnen ab, im Rahmen vereinbarter Arbeits- und Ruhezeiten.
Wann wird zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst benötigt?
Medizinische Behandlungspflege übernimmt ein ambulanter Pflegedienst, nicht die Betreuungskraft. Dazu gehören zum Beispiel Wundversorgung, Verbandswechsel, Injektionen oder die Medikamentengabe nach ärztlicher Verordnung.
Betreuungskraft und Pflegedienst ergänzen sich in der Regel gut: Der Pflegedienst kommt zu festen Zeiten, die Betreuungskraft ist im Alltag da. Lassen Sie sich die nötige Verordnung vom Krankenhaus oder der Hausarztpraxis ausstellen und nehmen Sie früh Kontakt zu einem Pflegedienst auf.
Was muss zu Hause vorbereitet werden?
Für eine Betreuungskraft, die mit im Haushalt lebt, wird ein eigenes, abschließbares Zimmer benötigt, dazu Zugang zu Bad und WC. Prüfen Sie außerdem die Wohnung: Sind die Wege frei von Stolperfallen? Gibt es Haltegriffe im Bad? Wird ein Pflegebett gebraucht?
Legen Sie wichtige Unterlagen bereit: Entlassbrief, Medikamentenplan, Kontaktdaten von Hausarztpraxis und Pflegedienst sowie gegebenenfalls Vollmachten.
Wie lässt sich der Betreuungsbeginn abstimmen?
Melden Sie sich am besten, sobald sich der Entlassungstermin abzeichnet. Im kostenlosen Beratungsgespräch, auf Wunsch bei Ihnen zu Hause, besprechen wir den Unterstützungsbedarf und Ihre Wünsche. Danach suchen wir gemeinsam mit unseren Partneragenturen eine passende Betreuungskraft.
In der Praxis ist eine Anreise oft innerhalb von etwa einer Woche möglich. Einen bestimmten Termin können wir nicht garantieren, denn er hängt von Ihrer Situation und der Verfügbarkeit ab. Für die Zeit bis zur Anreise kann es sinnvoll sein, Unterstützung durch Familie, Pflegedienst oder Kurzzeitpflege einzuplanen.
Kurze Checkliste für Angehörige
✓ Entlassmanagement im Krankenhaus ansprechen und Entlassungstermin erfragen
✓ Verordnungen für Arzneimittel, Hilfsmittel und häusliche Krankenpflege klären
✓ Hausarztpraxis über die Entlassung informieren
✓ Bei dauerhaftem Bedarf einen Pflegegrad bei der Pflegekasse beantragen
✓ Kostenlose Pflegeberatung in Anspruch nehmen
✓ Ambulanten Pflegedienst kontaktieren, wenn medizinische Pflege nötig ist
✓ Wohnung vorbereiten und ein Zimmer für die Betreuungskraft einrichten
✓ Unterlagen bereitlegen: Entlassbrief, Medikamentenplan, Vollmachten
✓ Kostenloses Beratungsgespräch mit Pflege Bavaria vereinbaren
Dieser Beitrag gibt eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung. Über Leistungsansprüche entscheiden Kranken- und Pflegekasse. Stand: Oktober 2026.
Ihre Situation ist individuell. Lassen Sie uns darüber sprechen.
Ich unterstütze Sie dabei, eine passende Betreuung für Ihren Angehörigen zu organisieren, und bleibe Ihre persönliche Ansprechpartnerin.

Vessela Tentchev
Gründerin & Ihre persönliche Ansprechpartnerin
